Haut - Stress


Haut-Kleid

Die Haut ist flächenmäßig, jedoch nicht nach der realen Oberfläche (Darm: bis 450 qm), das größte (bis 2 qm), schwerste (bis 10 kg) und funktional vielseitigste Organ des Menschen. Wir sind von oben bis unten in Haut "eingekleidet" und unser „Haut-Kleid“ hat permanent eine Menge zu tun. Es schützt z. B.
  • vor Kälte, Hitze und Wärmeverlust
  • vor Verletzungen und chemischen Schädigungen
  • vor dem Eindringen von Mikroorganismen (Bakterien, Viren) durch den sogenannten Säureschutzmantel. Die Haut hat einen pH-Wert von ungefähr 5,5 und ist deshalb leicht sauer
  • die genetischen Informationen im Zellkern vor UV-Strahlung, u. a. durch das Pigment Melanin. Die Synthese des Melanins wird neben der Einwirkung von Sonnenlicht durch das Melanozytenstimulierendes Hormon (MSH), einem Spaltprodukt des Proopiomelanocortins (POMC), gefördert
Durch Alterungsprozesse bedingte Schäden an der Erbsubstanz oder auch durch genetische Prädispositionen kann es zu einer Synthesestörung (Produktions-Blockade) des Melanins kommen, was phänotypisch zu äußerst heller Haut, sehr hellen Haaren, blau-grauen oder blauen Augen führt.



Zusätzlicher Hautschutz

Eine ausreichende Versorgung mit antioxidativen Vitalstoffen hilft der Haut zusätzlich, ihr eigenes Schutzschild aufrecht zu erhalten. Beta-Carotin z. B. gehört als Carotinoid zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und kommt in gelben- bis orangefarbigen Gemüse und Früchten vor (Karotten, Kürbisse, tiefgelbe Bananen, Pfirsiche, Mangos) Dass z. B. in Nüssen und Haferflocken reichlich vorkommende Vitamin E sorgt dafür, dass die Carotinoide optimal vom Körper genutzt werden können und wirkt als Fänger und Vernichter von sogenannten „freien Radikalen“, die auch als reaktive Sauerstoffspezies (ROS) bezeichnet werden. Solche beim Stoffwechsel anfallenden Zwischenprodukte des Sauerstoffes sind hoch-aggressiv und können die lebenswichtigen Immunzellen und die Erbsubstanz (DNA) beschädigen.
Hagebutten, Acerola-Kirschen und Sanddornbeeren sind besonders Vitamin C-reich.
Vitamin C schützt als Antioxidanz die Zellen vor oxidativer Schädigung und ist zudem für den Aufbau des Bindegewebes unerlässlich. Unterstützt wird es hierbei von dem Spurenelement Zink, das ebenfalls am antioxidativen Schutzsystem der Haut beteiligt ist. Sonnenblumenkerne, Austern und Kalbfleisch enthalten besonders viel Zink.

Die Haut besteht im Wesentlichen aus drei Schichten:

1. Epidermis

Die Epidermis (Oberhaut) gehört zu den Epithelgeweben. Dabei handelt es sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattenepithel, das üblicherweise zwischen 0,03 bis 0,05 Millimeter, an den Handinnenflächen und den Fußsohlen aber bis zu mehrere Millimeter dick ist.

2. Dermis

Die Dermis (Corium, Lederhaut) besteht primär aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung und Verankerung der Epidermis. Hier versorgen die fein kappilarisierten Blutgefäße die Grenzzone zur Epidermis. Der Ursprung der Talg- und Schweißdrüsen findet sich in der unteren Lederhaut, welche die für die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und Blutgefäße enthält.

3. Subcutis

Die Subcutis (Unterhaut) bildet die Unterlage für die darüberliegenden Hautschichten und enthält die größeren Blutgefäße und Nerven für die oberen Hautschichten sowie das subkutane Fett und lockeres Bindegewebe. In der Unterhaut liegen Sinneszellen für starke Druckreize, zum Beispiel die Lamellenkörperchen.

Autonome Temperaturregulation

Bei unserer Entwicklung vom schwinghangelnden Waldbewohner zum Savannenmenschen und Langstreckenläufer war es ein lebenswichtiger Vorteil, dass tierische Fell „abzulegen“, weil die nackte Haut viel besser die Betriebstemperatur durch erweiterte Hautgefäße, bessere Durchblutung und Schwitzen herunterkühlen kann. Dadurch konnten unsere Vorfahren bei der Jagd nach Beute über längere Zeit laufen ohne zu „überhitzen“. Nackte Haut wurde also zum Überlebens- und Reproduktionsvorteil.

Von der Medizin zur Kosmetik

Dauerstress hat eine direkte Wirkung auf die Interaktionen zwischen Haut und Nervensystem. Entzündungsfördernde Neurotransmitter (Botenstoffe) werden in hoher Anzahl ausgeschüttet. Ebenso zeigen stressbedingte Hormonschwankungen ihre sichtbaren Auswirkungen auf Haut und Gewebe. Die Toleranzgrenze der Haut wird herabgesetzt. Haut und Gewebe erschlaffen.

Fett lagert sich vermehrt in Adipozyten (Fettzellen) ein. Die Mikrodurchblutung wird verringert.
Durch eine Überlastung des Organismus von Giftstoffen wird der Abbau von Schlacken erschwert.