Burnout-Fakten


Psychische Erkrankungen allgemein

  • Seit Beginn der neunziger Jahre hat sich der Anteil der psychogenen Arbeitsunfähigkeitstage verdreifacht; das ist der höchste Anteil in der über 30-jährigen Gesundheitsberichterstattung. In den späten siebziger Jahren lag ihr Anteil bei nur zwei Prozent aller Erkrankungen.
  • Während ein durchschnittlicher Erkrankungsfall 12,8 Kalendertage dauert, liegen die durchschnittlichen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen bei 35,2 Tagen. Nur bösartige Tumorerkrankungen weisen noch längere Fehlzeiten (36,3 Tage je Fall) auf.

  • Der volkswirtschaftliche Schaden durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz liegt laut BKK bei 6,3 Milliarden Euro jährlich. Behandlungskosten: 3 Milliarden Euro. Produktionsausfallkosten: 3,3 Milliarden Euro.

  • Hinzu kommen zweistellige Milliardenbeträge für die Behandlung von Stress-Folge-Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes 2, Herzinfarkt, Schlaganfall etc. Weiterhin können soziale Folgekosten (Scheidung, Verhaltensauffälligkeit von Kindern: etwa Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im familiären Umfeld des Burnout-Kranken entstehen.
  • Laut einer Studie der Weltgesundheits-Organisation (WHO) kranken allein in Europa 25 Prozent aller ArbeitnehmerInnen an Burnout. In Deutschland gibt es laut offiziellen Stellen rund neun Millionen Burnout-Kranke. Tendenz: steigend! Experten sehen eine regelrechte Burnout-Welle auf Deutschland zurollen, die das ohnehin gebeutelte Gesundheitssystem nicht mehr bewältigen kann.

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  • Mehr als zwei Millionen Deutsche nehmen sogenannte »Neuro-Enhancer« oder »Brain-Booster«, um mit den steigenden Arbeitsanforderungen und dem Leistungsdruck fertig zu werden. Dabei sind die Nebenwirkungen und das Suchtpotential erheblich, der Nutzen so fraglich wie bei vielen Nahrungsergänzungsmitteln. Gezieltes und nebenwirkungsfreies »Hirn-Doping« ist nach wie vor mehr fiction als science.

  • Gemäß WHO bringt eine Burnout-Erkrankung im Schnitt 30,4 Krankheitstage pro Jahr mit sich. Mehrmonatige Ausfallzeiten sind keine Seltenheit. Die direkten betriebswirtschaftlichen Kosten eines Burnout-Falls können z. B. bei einem IT-Leiter 50.000 Euro und mehr betragen. Dazu kommen Kosten für das Wiedereingliederungs-Management, Stellvertretung oder Stellen-Neubesetzung, ggf. Anwalts- oder Gerichtskosten.

  • Weitaus größerer Schaden entsteht den Unternehmen während der unproduktiven »Burnout-Inkubationszeit«, wenn die Krankheit noch nicht als solche erkannt und behandelt wird. Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zufolge liegen die betriebswirtschaftlichen Kosten, die durch unproduktiven Präsentismus entstehen, ca. viermal so hoch wie die gerade erwähnten Absentismus-Kosten.

  • Wenn ein Leistungsträger wegen Burnout länger ausfällt, sind oft auch die von ihm betreuten Kunden-Beziehungen gefährdet. Springt ein wichtiger Kunde ab, kann dem Unternehmen schnell ein Millionen-Verlust entstehen.

  • Burnout betrifft alle Branchen.
* ohne Postbank und Sal. Oppenheim / Quelle: Manager Magazin 06/2012
Vorbeugen ist besser als therapieren